Madagascar wurde im April 2010 auf den Strassen von Olbia (Sardinien) ausgesetzt und von unserem Kooperationstierheim, dem Rifugio, aufgenommen. Das Rifugio versorgt stetig an die 700 Hunde. Die Chance auf eine Vermittlung ist dort aussichtslos. Viele der dort lebenden Hunde kamen schon als Welpe in das Tierheim, wachsen dort heran und werden niemals die Zäune des Tierheims hinter sich lassen.
Madagascar ist ein überaus freundlicher und aufgeweckter Hund, der einem schon am Zaun seines Geheges nett begrüßt. Er freut sich riesig, wenn man ihn in seinem Gehege besucht und möchte einem am liebsten nicht mehr von der Seite weichen. Alles wird von ihm neugierig inspiziert: Kamera, Taschen, Schnürsenkel,...;o) Ihn zu fotografieren ist schon ein kleines Kunststück, denn kaum, dass man sich in die Hocke begibt, ist er zur Stelle und möchte etwas Zuwendung haben.
Mit den anderen Hunden im Gehege versteht er sich prima. Er hat viel Freude an einem gemeinsamen und ausgelassenen Spiel. Man bemerkt schnell, dass er, bedingt durch die Tristesse eines solch großen Tierheims, völlig unterfordert ist und ihm das Spielen zumindest ein klein wenig Ausgleich gibt. Wie auch einige andere Hunde im Rifugio, benutzt Madagascar Steine zum Spielen, um sich selbst etwas Abwechslung zu schaffen. In seinem Gehege lebt auch ein größerer, älterer und souveräner Rüde. Manchmal versucht Madagascar ihn aus Übermut etwas zu necken, aber sobald der Rüde ihm sehr souverän die Grenzen steckt, gibt er schnell klein bei und signalisiert durch Beschwichtigungsgesten, dass er es gar nicht so ernst gemeint hat.
Erlebt man Madagascar persönlich, muss man so manches Mal über ihn schmunzeln. Dieser aufgeweckte, freundliche, neugierige und oftmals auch etwas tollpatschige Kerl ist ein kleines "Gute-Laune-Paket". Aber wir wissen aus Erfahrung, dass die Hunde im Rifugio nach einigen Monaten zu begreifen scheinen, dass hier der Weg endet, dass sie ihr Leben dort verbringen werden. Traurigkeit und manchmal auch Verzweiflung spiegeln sich dann in ihren Augen wieder. Schon jetzt kann man in Madagascars Augen etwas davon entdecken. Wir hoffen, dass sein Weg nicht im Rifugio enden wird, sondern er die Chance auf ein neues Leben bekommt.
Wir wünschen uns für Madagascar ein liebevolles Zuhause bei naturverbundenen Menschen, die Freude an gemeinsamen Aktivitäten haben. Der Segugio Italiano gehört zur Gruppe der Lauf- und Schweißhunde und benötigt eine ausreichende Auslastung. Idealerweise sollte das Zuhause eher ländlich gelegen sein.
Wir möchten allgemein darauf hinweisen, dass die Hunde aus dem Rifugio oftmals noch nicht viel in ihrem Leben kennen lernen konnten. Sie reagieren in unbekannten Situationen vielleicht mit Ängsten und zeigen Meideverhalten. Daher sollte man als Interessent bereit sein, ihnen mit Geduld und einem sicheren und souveränen Auftreten, die vielen, neuen Dinge beizubringen, die sie im neuen Zuhause lernen müssen. Daher sollte man bei der Adoption eines Hundes aus dem Rifugio über Hundeerfahrung verfügen.