
Jagdhunde...
Jede Nacht auf Sardinien ist begleitet vom Heulen der Jagdhunde, die auf meist weit abgelegenen Grundstücken in viel zu engen Zwingern ihr Dasein führen. Sie gehören zur Grundausrüstung eines jeden Jägers, wie die Schrotflinte und der Patronengürtel. Und als „Ausrüstung“ sollen sie auch funktionieren. Tausendfach werden sie zur Wildschwein- oder Kleintierjagd auf Sardinien eingesetzt. Denn die Jagd stellt auf Sardinien eine feste und uralte Tradition dar, die einen entsprechenden Stellenwert hat. Aus diesem Grunde besitzt nahezu jeder Sarde irgenwo auf dem Land eine kleine Baracke oder einen Zwinger, in dem die Hunde an 6 Tagen die Woche verwahrt sind, bis am sie 7. Tag zur Jagd abgehholt werden.
Auf unseren Fahrten ins Landesinnere treffen wir immer wieder auf solche Behausungen. In vielen Fällen bekommen die Hunde an 6 Tagen der Woche keinerlei Futter oder Wasser. Sie sind abgemagert bis auf Haut und Knochen, verdreckt und voller Zecken führen Sie ein so unwürdiges Leben, dass uns jedesmal der Atem beim Anblick dieser Kreaturen stockt und sich niemand gegen Tränen wehren kann, der auch nur einen Funken Moral hat.
Sie winseln nach Futter oder Wasser. Streckt man eine Hand durch den Zaun, dann fliegen die meisten zu Boden und holen sich ihre Streicheleinheit mit eingeklemmter Rute und voller Angst ab. Eine Privatperson kann vielleicht die Zäune durchschneiden und die Hunde an Ort und Stelle aus ihrer Not befreien - wir als Verein müssen uns an die Gesetze halten. So bleibt uns auch hier nur der Weg, das Gespräch mit dem Besitzer zu suchen und unermüdlich dafür zu kämpfen, dass wir die Mentalität der Jäger nach und nach verändern werden. Gegen die große Tradition der Jagd sind wir machtlos - aber wir können dafür kämpfen, dass sich die Lebensbedingungen der Jagdhunde verbessern und sie endlich als fühlende Wesen wahrgenommen werden.
Wenn der Hund zur Jagd nicht mehr taugt, dann ist es Praxis ihn einfach auszusetzen oder zu erschiessen. Wir bieten den Jägern eine Alternative hierzu und übernehmen die Jagdhunde, die als Ausschussware durchs Netz der Jäger fallen. Wir hoffen, dass wir sie noch ein Stück weit in ein besseres Leben begleiten und eine Familie finden können, bei der sie in Würde alt werden.
Wir vermuten hier den Grund, warum Poldina bereits als wenige Wochen alter Welpe in unser Partnertierheim auf Sardinien kam. Einige Jahre hat sie hier verbracht, bis sie in 2008 endlich den Weg in die Freiheit, den Weg in ein gutes Zuhause antreten konnte. Poldina hat nun eine Familie in Deutschland gefunden.
Oben auf dem Foto sehen Sie Poldina. Poldina ist eine Segugio Hündin, eine Rasse, die auf Sardinien sehr gerne zur Jagd eingesetzt wird. Aber die Jäger züchten ihren Nachwuchs auf Teufel komm raus. Von einem Wurf möchten sie oftmals nur einen einzigen Welpen behalten. Die anderen werden umgebracht oder ausgesetzt.