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Nachdem wir die Video Aufnahmen von Teresa veröffentlicht haben, erreichten uns viele Mails von Tierfreunden. Sie alle waren schockiert über die Art und Weise, wie Teresa die Katzen in engen Käfigen untergebracht hat. Auch uns schockieren solche Bilder - die viele von uns nicht nur auf Video, sondern auch "live" vor Ort gesehen haben.

Einige von Ihnen werden sich auch noch an die Bilder von Pappilon erinnern. Eine kleine Hündin, die von Teresa wochenlang in einem Einkaufswagen gehalten hat. Ebenfalls Bilder in unseren Köpfen, die uns keine Ruhe mehr ließen.

Der nachfolgende Text von Gaby Mertz soll ein wenig zum Verständnis beitragen, warum wir solche Situationen zunächst hinnehmen müssen; 

Verständnis und Verständigung – zwei Säulen des Auslandstierschutzes.

Ist doch ganz einfach, denkt man/sie, aber das ist es leider überhaupt nicht... Wie alle wissen, ist die Not der Streuner (Katzen und Hunde) in den Mittelmeer- und osteuropäischen Ländern sehr groß. Es ist ein Segen, aber leider auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, dass sich immer mehr ausländische Bürger im vereinten Europa für diese Tiere zuständig fühlen.

Wie helfe ich aber zum Beispiel als deutscher Verein in Italien. Nun, es geht nicht ohne Kooperationspartner, die in der Regel Einheimische sind und auch sein müssen.

Wir alle lieben in unserem Italien-Urlaub das „dolce far niente“, das Nichtstun oder aber die Lässigkeit der Italiener, mit der sie ihr Leben gestalten. Viele deutsche Mitbürger wünschen sich ein wenig mehr von diesen Attributen, könnte doch so das Leben ein klein wenig unbekümmerter sein.

Was macht es mit uns, wenn wir aber plötzlich inmitten diesem wunderbaren Treiben misshandelte Hunde am Straßenrand liegen sehen, bettelnde Streuner am Hoteleingang unseres Urlaubsparadieses treffen? Wenn wir über Land fahren und in Verschlägen gehaltene  Meuten von Jagdhunden sehen, die nicht über genügend Futter und Wasser verfügen, damit sie dann bei der Jagd besonders aktiv und erfolgreich sein sollen.

Unsere Arbeit auf Sardinien führt immer wieder an diesen Diskussionspunkt. Was soll man tun? Der erste Schritt in die richtige Richtung ist der vorsichtige Dialog mit den Einheimischen. Auch wir mussten - und müssen es teilweise noch – einen würdigen Umgang mit unseren Tieren erst lernen und auch bei uns in Deutschland hat sich das erst in den letzten 20 Jahren zum Positiven entwickelt. Dank dieser Entwicklung sind wir so weit, dass wir helfen können.

Der Dialog mit den Einheimischen und die Aufklärung der Bevölkerung sind die wichtigsten Bestandteile der Arbeit vor Ort. Nur so können wir vorsichtig, ohne zu verprellen oder als Besserwisser zu gelten, zusammenarbeiten. Natürlich geschieht das nur mit Hilfe von einheimischen Tierschützern, die oftmals an den Rand ihrer Kapazitäten gelangen, sei es seelisch oder aber auch vom Platzangebot her. Nicht selten finden wir vor Ort Tierschützer, die angefangen haben, sich um ausgesetzte, kranke und hungernde Tiere zu kümmern. Schnell sind da die Kapazitäten ausgeschöpft, spricht es sich doch herum, dass es einen Platz gibt, wo man seine Tiere „entsorgen“ kann.

Ein konkreter und beispielhafter Fall in unserer Arbeit auf Sardinien ist Teresa. Alle, die dieses Projekt von Anfang an verfolgt haben, sehen, was sich getan hat. Teresa, eine Frau von 76 Jahren hat irgendwann einmal begonnen, sich um diese armen ausgestoßenen Seelen zu kümmern. Erst waren es um die 20 Hunde, dann wurden es immer mehr, selbstverständlich haben auch Katzen bei ihr Unterschlupf gefunden. Am Anfang war es nicht schwer, den paar Tieren zu helfen, aber es wurden immer mehr. Teresa wohnt abgeschieden in den Bergen und hat von Kastration und Sterilisation, Präventionsmaßnahmen, Einsetzen von Antiparasitikum nichts gewusst. Sie hat instinktiv gehandelt und hat die Hunde nach Geschlechtern getrennt. Beissereien unter den Rüden waren an der Tagesordnung. Sie hat die kleinen Katzen in Boxen gesetzt, damit sie nicht irgendwelchen frei laufenden Hunden zum Opfer werden. Sie hat rollige Kätzinnen in Kaninchenkäfige gesteckt, um noch mehr Nachwuchs zu vermeiden. Sie trennt auf diese Weise nicht verträgliche Tiere von den anderen.

Vorsintflutlich, schimpfen wir, Tierquälerei, werden andere Stimmen laut. Ja, das ist alles richtig! Aber diese Person wurde durch die Ignoranz der anderen mit dem Problem der Tiere allein gelassen. Sie hat versucht, es nach bestem Wissen und Gewissen über lange Jahre hinweg zu lösen. Zweifelsohne in einer fragwürdigen Art und Weise.

Nun kommen wir und sagen ihr, dass alles, aber auch wirklich alles, was sie für die Tiere getan hat falsch war. Was, glauben Sie, passiert? Sie würde uns vom Hof jagen, weil sie sich angegriffen fühlt, sie, die in ihrem Verständnis alles für die Tiere gegeben hat, wird von den dahergelaufenen Fremden eines Besseren belehrt. Mit diesem Rauswurf würde uns und auch anderen für immer der Weg zu Teresa und ihren Hunden versperrt werden. Wir hätten nicht dafür Sorge tragen können, dass alle Tiere erst einmal medizinisch versorgt, behandelt und kastriert werden, wir hätten nicht für den Ausbau und die Instandhaltung der Gehege sorgen können, wir könnten nicht durch die Unterstützung von Paten das Futter für Teresas Schützlinge monatlich garantieren. Natürlich ist bei jedem unserer Besuche die Haltung einiger Katzen in Käfigen ein Schlag in den Magen, aber nur durch stetigen Kontakt und Verständnis und Aufklärung können wir erreichen, dass sich Teresas „Tierschutzgedanke“ reformiert.

Bitte haben Sie Verständnis, denn es ist ein langer und bitterer Weg und dieses nur ein Beispiel von ganz vielen, egal in welchem Land.  Das Umdenken in den Köpfen geschieht nur langsam, aber geben sie uns und auch den betroffenen Bürgern der Länder eine Chance.

Nur gemeinsam, mit Verständnis füreinander und der notwendigen Sensibilität können wir mit ihrer Unterstützung etwas erreichen.